Tuesday, November 1, 2011

Sendung 09 - November '11

In der November-Ausgabe von DITC hört ihr eine Einführung in die Entstehung und Entwicklung peruanischer Rockmusik. Neben Rock’n’Roll und Surf präsentiert euch Caballo auch rare Psychedelic- oder Jazzaufnahmen. Zudem hört ihr landestypische Stile wie Cumbia und Chicha, die sich im Schmelztiegel Lima entwickelten.


1. Enrique Lynch - Pantaloncitos Calientes
(Sexympacto, So
no Radio, 197?)

Enrique Lnych ist einer der wichtigsten Vertreter des peruanischen Cumbia. Während er in den 60er Jahren unzählige Tanzplatten aufnahm, ließ er in den frühen 70ern als einer der ersten lateinamerikanischen Musiker Funk und Rock mit einfließen. Dabei coverte er nicht nur bekannte Songs, sondern schrieb und orchestrierte eigene Stücke. Trotz seines immensen Outputs blieb Lynch außerhalb Perus größtenteils unbeachtet.

2. Los Millonarios Del Jazz - Rock with us
(Single, Sono Radio, 1957)

Ende der 50er Jahre formierten sich die ersten Rock'n'Roll-Gruppen in Peru. Neben Los Zodiacs oder Los Incas Modernos zählen Los Millonarios Del Jazz zu den Pionieren dieses Stils. Mit der der Single "Rock with us" erschien 1957 der erste Rock-Release, der kein Cover von Rockabilly-Stars wie Bill Haley oder Buddy Holly war.


3. Los Shains - Misirlou
(El Ritmo de Los Shains, Odéon, 1966)


Los Shains sind für Peru das, was The Beachboys für die USA sind: Die absolute Verkörperung des Mid-60er Surf-Sounds. Ihre Musik ist leicht und beschwingt. Die Orientierung an den US-Vorbildern ist nicht zu überhören. "Misirlou" stellt dabei ein kurioses und nahezu unbekanntes Cover des Pulp Fiction-Hits von Dick Dale & His Del-Tones dar.

4. The (St. Thomas) Pepper Smelter - Betty Boom - Little Monster
(Soul & Pepper, El Virrey, 1969)

Nachdem die Surfwelle Ende der 60er abebbte startete Gerado Manuel, Frontgitarrist von Los Shains, mit einem Projekt, dass in Peru Musikgeschichte schreiben sollte. Unter dem Bandnamen The (St. Thomas) Pepper Smelter veröffentlichte er das Psychedelic-Album "Soul & Pepper", auf dem neben Covern von Iron Butterfly und Jimi Hendrix auch eigene Titel zu finden sind. Vor allem die eigenen Stücke, wie zum Beispiel die auf der B-Seite zu findende Geschichte "Betty Boom Little Monster - Doggie and Peggie at the witches Castle" sind Kult bei Plattensammlern.

5. La Kabala - El cumbanchero
(La Kabala, RCA Victor, 1970)

Wer oder was sich hinter dieser LP verbirgt, weiß ich nicht. Die Plate ist mir ein Rätsel. Eines weiß ich sicher: Diejenigen, die schon einmal Musik von diesem Album gehört haben, sind bereit viel Geld auszugeben. Preise um die 750 Dollar sind so keine Seltenheit. Die Musik ist eine Mischung aus Psychedelic, Rock, Funk und Jazz. Dabei werden die Anteile über die gesamte Spielzeit variiert und mit weiblichen Vocals auf Spanisch garniert.

6. Los Mirlos - Sonido Amazonica
(Single, Ins, 197?)

Aus dem ursprünglich aus Kolumbien stammende Cumbia-Tanz entwickelte sich in Lima Mitte der 60er eine eigene Stilform. Der peruanische Cumbia ist eine Mischung aus Huayno (einer Musiktradition des Andischen Hochlandes), Rock und Surf. Dabei werden traditionelle Spielweisen und Instrumente mit westlichen Techniken zusammengeführt.

7. Manzanita Y Su Conjuto - Agua
(El nuevo Sonido, El Virrey, 196?)

Berado Hernandez aka Manzanita ist eine der wichtigsten Figuren des peruanischen Cumbia. Es gelang ihm jedoch nie aus dem Schatten Enrique Delgados (Frontmann von Los Destellos) zu treten, seinem musikalischen Kontrahenten. Was viele nicht wissen ist, dass beide Künstler sich gegenseitig stark beeinflusst haben und die Musik der jeweils anderen sehr schätzten. Obwohl Hernandez nicht so viel Ruhm genoss, beeinflusste er nachfolgende Musikergenerationen mit seinem kontrapunktischen Spiel auf der Farfisa-Orgel.

8. Traffic Sound - Jews caboose
(Virgin, MAG, 1969)

Nachdem sich die peruanische Rockgruppe Los Hang Ten's 1967 auflöste, beschlossen die noch verbliebenen Musiker sich mit lokalen Stars aus Lima zu der Supergroup Traffic Sound zusammen zu schließen. Nach einem erfolgreichen Album 1968 und einer Tour durch Südamerika, veröffentlichten sie ein Jahr später das Album "Virgin", welches die Gruppe in den Olymp des peruanischen Psychedelic beförderte. Neben der Hippie-Hymne "Meskalina", sind Songs wie "Jews Caboose" hörbar an US-Bands wie The Doors orientiert.

9. Laghonia - I'm a Nigger
(Etcetera, MAG, 1971)

Das Cover des Albums macht bereits deutlich mit was für Musik wir es auf dieser LP zu tun haben: Verzerrte Gitarren. Sakral anmutende Orgelklänge. Effekt-beladene Vocals. Eben alles, was zu progressivem und psychedelischem Rock dazu gehört. "I'm a nigger" wirkt im Vergleich zu den restlichen Songs von Laghonia beinahe "smooth". Man sollte sich von diesem Eindruck jedoch nicht täuschen lassen - die Schärfe liegt nämlich in der Lyrik.
Der Song richtet sich gegen Diskriminierung von farbigen Minderheiten in Peru und stellt somit eine klare Kampfansage gegen die Militärführung unter General Juan Velasco Alverdado dar, der mit allen Mitteln versuchte Sozialkritik und die als staatsfeindlich geltende Rockmusik zu unterdrücken.

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10. Bossa 70 - Birimbao
(Bossa 70, Philips, 1970)

Nachdem der Flötist Nilo Espinoza mehrere Jahre in Europa verbrachte, kehrte er 1966 in seine Heimat Peru zurück und verarbeitete seine musikalischen Erfahrungen später mit der von ihm gegründeten Gruppe Bossa 70. Vor allem Jazz und brasilianischer Bossa beeinflussten seine Kompositionen, in die er ebenso peruanische Musiktraditionen einfließen ließ.
Die LP erschien als 300er-Auflage.

11. Nil's Jazz Ensemble - Siempre
(Nil's Jazz Ensemble, MAG, 1976)

1972 löste Nilo Espinoza Bossa 70 auf und gründete die Nachfolgegruppe Nil's Jazz Ensemble, mit der er sich mehr dem Fusion zuwandte. Zu diesem Wandel kam es nicht zuletzt aufgrund der geringen Popularität von Jazzmusik in Peru. Um sich und seinen Musikern ein Auskommen zu sichern, veröffentlichte er die LP über MAG auf der er Rock bzw. Funk in miteinfließen lässt. Der Sammlerwert von etwa 250 Dollar lässt jedoch darauf schließen, dass sich das Album nicht besser als seine Vorgänger verkaufte. Die Musik ist trotzdem jeden Cent wert.



12. Black Sugar - Too late
(Black Sugar, Sono Radio, 1971)

In den drei Jahren ihres Bestehens, veröffentlichte die Funk- und Soulband Black Sugar zwei Alben, die bei Sammlern heute gefragter sind als je zuvor. Unter dem Namen Los Far Fen soll zudem eine Vorläufer-LP erschienen sein, die mehr in die Cumbia-Richtung geht.
Als die erste LP 1971 erschien, sorgte die von Gitarrist Victor “Coco” Salazar und Keyboarder Miguel “Chino” Figueroa gegründete Formation für viel Aussehen in Lateinamerika. Kein Wunder, taten sich doch einige der besten Instrumentalisten aus Peru zusammen.

13. Los Shapis - La aguajal
(Los autenticos Shapis, Horoscopo, 1981)


Bei dem wohl populärsten Stil in der peruanischen Musik des 20. Jahrhunderts ist handelt es sich um ein alkoholisches Mais-Getränk der Inkas - zumindest wenn man dem Namen nach geht. Hinter Chicha verbirgt sich Musik, die wie Cumbia aus einer Verschmelzung verschiedener Stile hervorgegangen ist. Dabei liegt der Fokus allerdings mehr auf der vokalen, als auf der instrumentalen Darbietung. Nachhören kann man dies zum Beispiel auf dem Chicha-Hit "La aguajal" von Los Shapis, der Neuvertonung eines Huayno-Volksliedes.

14. Los Destellos - Onsta La Yerbita
(Constéllation, Odeon, 1966)

Die November-Ausgabe schließt mit einem Song von Enrique Delgado's Los Destellos. Die Gruppe gilt als eine der wichtigsten Cumbia-Gruppen und vor allem ihr Frontmann hatte in Peru noch zu Lebzeiten den Legendenstatus inne. Er trieb nicht nur die Entwicklung des Rocks in Peru voran, sondern entwickelte vor allen anderen den peruanischen Cumbia.


Sunday, October 30, 2011

Some Wicked – Ritmos del Peru (Mix)

Als Einstimmung auf die neue Sendung am Mittwoch gibt es schon einmal einen Mix mit peruanischer Musik von "SomeWicked".

Wednesday, October 5, 2011

Sendung 08 - Oktober '11

Dieses Mal gibt euch Caballo eine Einführung in die Filme und Soundtracks des Blaxploitation. Hinter diesem Begriff verbergen sich zahlreiche Low-Budget-Streifen, die Anfang der 70er entstanden. Das Besondere daran ist, dass es die ersten Filme waren, die sich direkt an eine afroamerikanische Zuschauerschaft richteten. Dementsprechend beherrschen Funk und Soul die Klangkulisse dieses Kultgenres.


1) Dennis Coffey - Main Theme (Black Belt Jones)
(Single, Warner Bros., 1974)

Die Oktober-Ausgabe beginnt mit einem raren Break von 1974. Nicht nur der Karate-Film "Black Belt Jones" ist dank der Performance von Jim Kelly Kult, sondern auch der Soundtrack von Dennis Coffey. Unter Sammlern und DJ's ist die Promo-Single, die mit dem Film erschien, heiß begehrt und wird nicht selten für über 200 Euro gehandelt. Der Rest des Scores wurde erst 2003 auf Weintraub-Heller veröffentlicht. Es handelt sich dabei jedoch um einen minderwertigen Release, denn die Songs wurden direkt aus dem Film überspielt und sind deshalb von vielen Geräuschen überlagert.

2) Dizzy Gillespie - Duke's Fantasy
(The Cool World, Phillips, 1964)

Der Trompeter mit den dicken Backen ist einer der berühmtesten Jazzer aller Zeiten und begründete mit dem Pianisten Thelonious Monk Anfang der 40er Jahre Bebop.
Das Gillespie sich aber nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat, sondern kontinuierlich an seinem Stil gearbeitet und ihn so weiterentwickelt hat, beweist er auf dem Soundtrack zu "The Cool World". Der Film gilt als einer der wichtigsten Vorläufer des Blaxploitation.

3) Galt MacDermot - Down in my Soul
(Cotton comes to Harlem, United Artists, 1970)

In der Mai-Ausgabe habe ich am Ende bereits Musik des Komponisten Galt MacDermot gespielt. Das Kult-Musical Hair ist ohne Zweifel sein bekanntestes Werk. Im Blaxploitation hat er sich durch seinen Score zu "Cotton Comes to Harlem" ebenfalls unvergessen gemacht - ein Film, der von vielen als der erste Film des Genres bezeichnet wird. Vor allem der Soul-Einfluss in der Musik ist maßgebend für viele nachfolgende Blaxploitation-Produktionen.



4) Melvin Can Peebles - Come on Feet
(Sweet Sweetback's Baadasssss Song, Stax, 1971)

Melvin Van Peebles ist ein Pionier. Er gilt nicht nur als einer der ersten afroamerikanischen Regiesseure und Drehbuchautoren, sondern auch als ein Begründer des Rap. Sein Sprechgesang ist, ähnlich wie bei The Last Poets, stark politisch und provokant. Van Peebles sagte dazu in einem Interview, dass er sich nicht mit dem Protestfolk von Bob Dylan oder Joan Baez identifizieren konnte und etwas machen wollte, was "seinem Volk" entsprach. Da es aber keine passende Form gab, musste er sie selbst entwickeln. Ansätze davon sind in "Come on Feet" zu erkennen.

5) Earth Wind & Fire - Hoppin' John
(Sweet Sweetback's Baadasssss Song, Stax, 1971)
Der Film Sweet Sweetback's Baadasssss Song war 1971 einer großer Kassenschlager. Vor dem Hintergrund, dass der Independant-Film ursprünglich nur in zwei Lichtspielhäusern laufen sollte, war dies eine Sensation. Grund hierfür ist nichtzuletzt die clevere Vermarktung des Movies. Nachdem die Motion Picture Association of America (MPAA) den Film mit "X" beurteilte - ein Bewertung, die sonst nur für Pornos vergeben wurde - zog Van Peebles diese Diskriminierung ins Lächerliche und warb mit dem Untertitel "rated X by an all-white jury". Dieser Schachzug bescherte dem Film große Medien-Aufmerksamkeit und sorgte wochenlang für Diskussionsstoff.




6) Melvin van Peebles - (If you see a devil) Smash him
(Don't play us cheap, Stax, 1972)

Der Soundtrack zum Musical von Melvin Van Peebles erschien 1972 als Doppel-Album beim Funk- und Soullabel Stax. Der Film handelt von den Teufeln Trinity und Dave, die eine Hausparty in Harlem stürmen und dort vergeblich versuchen Angst und Schrecken zu verbreiten.



7) The Chosen Few - Theme from Shaft
(Single, Song Bird, 1971)

Hi-Hat-Pattern aus Sechszehntel-Noten. Gitarrenriff mit Wah-Wah-Effekt. Einsetzende Keyboard-Akkorde und Bläser, die sich langsam steigern. So beginnt das Nummer 1 Thema zu Shaft von Isaac Hayes. Das Cover von The Chosen Few ist dem Original vom Songufbau her größtenteils treu geblieben. Statt eines Funktunes hören wir von der Band aus Kingston jedoch eine groovige Reggae-Version.



8) Johnny Pate - Brother (Main)
(Brother on the Run, Perception, 1973)

Dieser Song ist ein Klassiker. Ob als Breakdance-Hymne oder als Grundlage für Rap-Produktionen - der Soundtrack findet vielfach Verwendung im Hip Hop.
Den Preis der LP trieb dies auf bis zu 250 Dollar. Selbst für die Single muss man noch mindestens 50 Dollar zahlen.

9) Isaac Hayes - Main Title
(Three Tough Guys, Stax, 1974)

Ein weiterer Titel von der Funklegende Isaac Hayes, der 2008 im Alter von 65 Jahren verstarb. Was viele nicht wissen, neben der Karriere als erfolgreicher Komponist und Interpret war er auch als Schauspieler aktiv. Schon für das Thema von Shaft hatte er die Bedingung gestellt, den Song nur freizugeben, wenn er eine Rolle im Film bekomme. Drei Jahre später, 1974, hatte er dann seine ersten Auftritte in Truck Turner und „Three Tough Guys“, zu denen er auch den Soundtrack beisteuerte.


10) Badder Than Evil - Roberta's Theme
(Gordon's War, Buddah, 1973)

Die Gruppe Badder Than Evil hat mit der 1973 releasten LP zum Film "Gordon's War" einen Soundtrack aufgenommen, der alle typischen Blaxploitation-Elemente in sich vereint. Der Titel "Roberta's Theme" ist ein Beispiel für soulvolle Instrumentalmusik, die das Genre in den frühen 70ern prägte.



11) Willie Hutch - Brother's gonna work it out
(The Mack, Motown, 1973)

Blaxploitation wäre ohne die Themen Prostitution und Zuhälterei kaum denkbar. Filme wie "The Mack" gaben dieser Branche ein Gesicht und oft wurde nicht zu Unrecht der Vorwurf der Verherrlichung und Beschönigung erhoben. Darius James schreibt in seinem Buch "That's Blaxploitation", dass der Charakter des Zuhälters jedoch auch als Figur gesehen werden kann, die die afroamerikanische Erzählkultur repräsentiert. Er weist darauf hin, dass in der mündlichen Tradition schon immer Gauner im Fokus standen, die sich zwischen Ober- und Unterwelt bewegen. Charaktere, die nicht eindeutig gut oder böse sind und sich im Laufe der Erzählung wandeln.



12) J. J. Johnson - Go chase Cleo
(Cleopatra Jones, Warner Bros., 1973)

J.J. Johnson gilt als einer der größten Jazzposaunisten aller Zeiten und hat neben unzähligen Studioaufnahmen für Musiker wie Dave Brubeck, Stan Getz oder Horace Silver auch selbst Songs komponiert und veröffentlicht. Ein Beispiel hierfür ist der Soundtrack zum Film "Cleopatra Jones", in dem Tamara Dobson eine der toughesten Actionheldinnen der 70er Jahre spielt. Sie gilt neben Pam Grier als die berühmteste Schauspielerin im Blaxploitation.



13) Sun Ra - Outer Spaceways incorporated
(Space is the Place, Evidence, 1972)

Der obskure Science-Fiction Film von Sun Ra ist zwar schon 1972 gedreht, aber erst zwei Jahre später veröffentlicht worden. Für den Soundtrack gilt ähnliches. Obwohl er '72 aufgenommen wurde, kam es erst 1993 zu einem eigenen Release über das Label Evidence Music. Stattdessen releaste Sun Ra 1973 unter dem Filmtitel eine LP über Blue Thumb. Auf dieser Scheibe ist allerdings nicht die Filmmusik zu finden, sondern eigene Aufnahmen oder alternative Versionen.
 

14) Raul De Souza - Jump Street
(The Hitter, Capitol, 1979)

Der Soundtrack von Raul De Souza ist ein Beispiel für die Blaxploitation-Musik Ende der 70er. Obwohl Disco-Ansätze zu erkennen sind, ist "Jump Street" ein grooviger Funktrack, der auf die Wurzeln des Blaxploitation hinweist. Der Sound unterscheidet sich trotzdem hörbar von dem der frühen 70er.



15) Curtis Mayfield - Pusherman
(Superfly, Charly, 1972)

Curtis Mayfield hat sich mit seinem politischen Falsettgesang um eine herausragende Position in der afroamerikanischen Musik verdient gemacht. Der Songwriter und Interpret bewegte seine Zuhörer tief mit seinem Soul. Der Titelsong zum Film Superfly zählt, ähnlich wie Isaac Hayes' Thema von Shaft, zu den bekanntesten Blaxploitation-Tracks. Die ursprünglich auf Curtom releaste LP wurde 1996 von Charly Records mit Alternativ-Sessions neu aufgelegt. Von dieser Scheibe stammt diese Version von "Pusherman", auf der Mayfield von einem nicht benannten Trompeter begleitet wird.


Wer noch mehr über Blaxploitation erfahren möchte, der sollte That's Blaxploitation von Darius James lesen, indem unter anderem Interviews mit den Größen des Genres wie Pam Grier oder Melvin van Peebles enthalten sind. Leider konzentriert sich der Autor aber fast ausschließlich auf die filmischen Aspekte und lässt die Musik außen vor.
Für Informationen über die Soundtracks empfehle ich Fred Wesley's
Hit me, Fred: Recollections of asideman. In diesem erfährt der Leser viele interessante Erinnerungen von einem der alles selbst erlebte. Wesley spielte nämlich mit James Brown die Soundtracks zu Black Caesar und Slaughter's Big Score ein.



Wednesday, September 7, 2011

Sendung 07 - September '11

Diese Ausgabe von DITC gibt einen klanglichen Einblick in das französische Kuriositätenkabinett. Ob missglückte Picknicks, Drogenexzessen und Sado-Maso, oder Samurai-Kämpfer und Kafka-Leseschwächen - kein Thema ist in diesem Monat zu bizarr. Musikalisch wird es mit FreakOut-Psychedelic, Filmmusik oder Bossa Nova nicht minder interessant.


1. Ben & The Platano Group - Platano Split
(Paris Soul, Barclay, 1971)

Der Opener dieser Sendung hat es in sich – so wie das gesamte Album von Ben & The Platano Group. Auf „Paris Soul“ findet man keinen schwachen Track, sondern ausschließlich lateinamerikanisch orientierte Uptempo-Kracher. Polyrhythmen, Bläsersalven und hypnotische Bassläufe dominieren den Sound der Band aus Frankreich, die mit dieser LP einen vergessenen Klassiker über Barcley veröffentlichten.

2. Suzanne Gabriello - Z'avez pas lu Kafka
(Single, Barclay, 1966)


Als Nino Ferrer 1965 die Single Mirza veröffentlichte, polarisierte er die französische Musikszene. Während sich ein Teil amüsiert zeigte von dem Lied, auf dem die Suche nach einem entlaufenden Hund besungen wird, klagten andere über fehlendes Niveau und bloße Albernheiten. Suzanne Gabriello nahm diese Diskussion auf und veröffentlichte ein Jahr später die Parodie „Z’avez pas lu Kafka“, bei der sie sich an Nino Ferrer wendet und ihn fragt, ob er schon einmal etwas von Kafka gehört habe.

3. Nino Ferrer - Les Cornichons
("Mirza" B-Seite, Barclay, 1965)


Die B-Seite des Single Mirza, führt fort was der Sänger und Organist mit der A-Seite begonnen hat. Auf „Les Corchnichons“ singt Ferrer von einem bevorstehenden Picknick, für welches er seit Tagen Vorbereitungen getroffen hat. Immer wieder zählt er alle Dinge auf, die er mitnehmen muss und ermahnt sich diese nicht zu vergessen. Als Ferrer schließlich am Ort eintrifft stellt er fest, dass er vor lauter Aufregung alle Lebensmittel in der Küche hat liegen lassen.

4. Résonnance - OK Chicago
(Single, Sircocco, 1973)

Die Aufnahmen für diese Single entstanden während einer der unzähligen Sessions, die der Library-Komponist Mat Camison gemeinsam mit dem Sänger Pierre Bachelet aufnahm. Die dreckigen Funkgrooves in Kombination mit diversen Soundeffekten ergeben das authentische Klangbild einer rasanten Verfolgungsjagd, die direkt aus einem B-Movie der 70er Jahre stammen könnte.

5. Yamasuki - Kono Samurai
(Le monde fabuleux des Yamasuki, Biram, 1971)

Hätte ich keinerlei Angaben zu dieser Platte, so hätte ich sie sicherlich eher in einer Ausgabe zu japanischen, statt zu französischen Raritäten gespielt. Für den japanischen Gesang engagierten die Musiker Daniel Vangarde und Jean Kluger extra einen Schulchor und nahmen Sprachunterricht. Die Verschmelzung asiatischer und europäischer Musiktraditionen führte zu einer Samurai-Konzept-LP, die wie ein psychedelisches Musical klingt.


6. Roland Vincent - LSD Partie

(Delphine EP, Barclay, 1968)

Der Basslauf von „LSD Partie“ zieht jeden Hörer unweigerlich in seinen Bann. Das war 1969 bei Erscheinen des Films Delphine der Fall und hat sich knapp 40 Jahre später nicht geändert. Kein Wunder also, dass Komponist David Holmes den Song für den Blockbuster Oceans Twelve verwendete und ihn so wohl zum ersten Mal seit seiner Entstehung einem breiten Publikum präsentierte.

7. Karl-Heinz Schäfer - Couleurs
(Les gants blancs du diable, Eden Roc, 1970)

Der Thriller "Les gants blancs du Diable" von 1970 zählt zu einem der innovativsten Indepentdent-Streifen des französischen Kinos. Die Musik bewegt sich von Tablas-unterlegtem Jazz und frei schwebenden Sitarklängen und bis hin zu orchestralem Pop und loungigem Funk. Die phantasievollen Grooves, die unsere Sinne für zum Träumen anregen, erinnern an den legendären Score Le Planet Sauvage von Alain Gogaguer. Nicht zuletzt wegen des Soundtracks von Karl-Heinz Schäfer ist "Les gants blancs du Diable" Kult.



8. Edition Speciale - Mister Business (Monsieur Business)
(Allée des tilleuls, United Artists, 1976)

Das Pariser Quartett Edition Speziale formierte sich 1975 um die Sängerin und Keyboarderin Ann Ballester und veröffentlichte ein knappes Jahr später das erste Album „Allés des tilleuls“. Vielleicht handelt es sich bei der Gruppe um die einzige Fusion-Band, die von einer Frau geleitet wurde. Neben Ann Ballester sangen auch Gitarrist Marius Lorenzini, sowie Bassist Josquin Turenne Des Prés. Alle drei Stimmen sind auf dem Song "Mister Business" zu hören.

9. Georges Teperino - Cleopatra
(Strictly Rhythmical / Rhythmical melodies, L'illustration musicale, 197?)


Georges Teperin, a.k.a. Nino Nardini, a.k.a. Peter Bonello, a.k.a. Georges Teperino nahm in Frankreich eine Reihe elektronisch orientierte Library-Platten auf. Bei der Scheibe „Strictly Rhythmical / Rhythmical melodies“, die Teperin gemeinsam mit seinem Musikerkollegen Eddie Warner aufnahm, handelt es sich um eine seiner letzten Archiv-Veröffentlichungen. Ein genaues Erscheinungsjahr ist mir nicht bekannt.

10. Bernard Estardy - Cha tatch cha
(La Formule du Baron, CBS, 1969)


„La formule du Baron“ ist die wohl begehrteste Scheibe der Library-Legende Bernard Estardy. Im Gegensatz zu seinen sonstigen Veröffentlichungen, handelt es sich bei dieser für CBS produzierten LP um ein offizielles, wenn auch wenig beachtetes Album. Auf zwölf Songs zeigt Estardy sein Können als Musiker und Produzent, das nur unzureichend mit Begriffen wie Jazz, Psychedelic oder Pop beschrieben werden kann. Unterstützung erhält er vom Keyboarder Nino Ferrer (siehe oben).

11. Philippe Nicaud - C'ex
(Single, Barclay, 1973)

Die stöhnend-keuchende Antwort Philippe Nicauds auf den erotischen Kult-Hit Je t’aime…moi non plus von Serge Gainsbourg aus dem Jahr 1969 ist geprägt von groovenden Bassläufen auf harten Drumpattern und swingenden Hammond-Orgel-Melodien. Mit seiner letzten Single „C’ex“ führte er fort, was auf der zwei Jahre vorher erschienenen LP „Erotico…Nicaud“ angefangen hat und provozierte so die Kritiker, die ihm fehlendes Niveau und Sexismus vorwarfen.

12. Le Masques - Il faut tenir
(Brasilian Sound, CBS, 1969)

In den späten 50ern entstand in Brasilien ein Musik- und Tanzstil der von Antonio Carlos Jobim und Joao Gilberto geprägt wurde: Bossa Nova. Ein Jahrzehnt später war die Musik auf ihrem Höhepunkt der Popularität, die sich längst nicht mehr nur auf Lateinamerika beschränkte. So ist es vielleicht zu erklären, dass 1968 in Frankreich ein Album entstand, dass ausschließlich dem Bossa gewidmet ist. Auf „Brasilian Sound“ sang die Gruppe Le Masques zudem französische Texte, was jedoch nichts daran änderte, dass diese LP bei Hörern kaum Beachtung fand.

13. Georges De Giafferi - Sado Maso
(Single, Germainal, 1970)

Dieses Duett ist eine der größten Obskuritäten der französischen Pop-Geschichte. Georges De Giafferi und Jean-Yanne besingen ihre zur Folter und Gewalt neigende Liebesbeziehung, in der sie sich zum Beispiel mit brennenden Zigaretten malträtieren oder dazu zwingen pürierte Kakerlaken zu essen. Das Video zur Single ist mindestens so kurios wie das Lied selbst:




14. Misseurs Richard de Bourdeaux et Daniel Beretta - La Drogue
(Single, Barclay, 1970)

Das Duo Misseurs Richard de Bourdeaux & Daniel Beretta waren in der französischen Musikszene wegen ihrer progressiven Themenwahl als Troublemaker und Provokateure bekannt. Ihr Beitrag zum Hippie-Film „Le temps fou“ bestätigt diese Ansicht. Auf Songs wie „La drogue“ singen die zwei Querköpfe von ihren Erfahrungen mit Haschisch und Marihuana. Arrangiert wurden die Lieder von Christian Gaubert, der bereits an Soundtracks von Francis Lai mitgearbeitet hatte.


15. Les maledictus Sound - Jim Clark was driving reckless
(Les Maledictus Sound, AZ, 1968)

Die Gruppe Les Maledictus Sound, die von Jean-Pierre Massiera 1968 gegründet wurde, nahm während ihres Bestehens nur ein Album auf. Diese LP ist dafür jedoch ideenreicher als gesamte Karrieren vieler Rockbands. Ob durchgeknallte Soundeffekte, jazzige Vokalsongs, bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Gitarren, wirre Geräusch-Kollagen oder ruhiger Blues. Auf diesem Album kann alles passieren! Umso erstaunlicher ist es für mich, dass dieses Album trotz des frühen Erscheinungsdatums von nachfolgenden Psychedelic-Gruppen nicht als wichtiger Einfluss genannt wird.



16. Jeanne-Marie Sens - Tape, tape, tape

(Jeu de Mots, Atlantic, 1974)

Die 1937 in Paris geborene Schriftstellerin und Sängerin Jeanne-Marie Sens begann ihre Karriere Anfang der 70er Jahre mit einer Mischung aus Folk und französischem Chanson. Auf „Tape, tape, tape“ kann man zudem noch einen leichten psychedelischen Einfluss erkennen, der den Ruf Jeanne-Marie Sens’ als Phantastin und Melancholikerin unterstreicht.

17. Ben & The Platano Group - Arte pino pasta

(Paris Soul, Barclay, 1971)

"Arte pino pasta" ist der polyrhythmische Abschluss der September-Ausgabe. Ben & The Platano Group zeigen hier wie bereits zu Beginn der Sendung, dass in Frankreich dynamische Musik entstand, wie man sie so fast nur aus Lateinamerika oder Afrika gewohnt ist.

Monday, August 1, 2011

Sendung 06 - August '11

In der Sendung erwarten euch 60 Minuten rare Musik für und über die heißeste Zeit im Jahr. Freut euch auf eine Beach Boys-Parodie von Frank Zappa, eine spanische Freakbeat-Nummer zum Thema "Was haben Sonne und Drogen gemeinsam" und erfahrt wie die Antwort des Punks auf "Summer of Love" klingt.



1. Jethro Toe - Sunshine Day
(Single, MGM, 1968)

Wieso die erste Single der britischen Rockband Jethro Tull unter dem Namen Jethro Toe erschien, ist bis heute nicht bekannt. Gerüchten zufolge soll der Frontmann Ian Anderson die Namensänderung auf dem Plattenlabel in Auftrag gegeben haben ohne es mit dem Rest der Band abzusprechen. Er habe befürchtet, dass man bei Jethro Tull an einen Solokünstler denken könne. In jedem Fall hat diese Besonderheit dazu geführt, dass es sich bei der Single um ein absolutes Sammlerstück handelt, für das man heute über 500 Pfund zahlen muss.

2. Hozan Yamamoto - Summertime
(The Shakuhashi, Victor, 1981)

Summertime ist ohne Zweifel eines der wenigen Lieder, die weltweit zum Standardrepertoire jedes Jazzmusikers zählen. Inzwischen wurde das Stück, das George Gershwin 1935 für das Musical Porgy & Bess schrieb weit mehr als 2500 Mal neu interpretiert. Diese Version von Hozan Yamamoto ist insofern besonders, weil sie mit der traditionellen Bambusflöte Shakuhashi für das gleichnamige Album eingespielt wurde.

3. Jochen Brauer Sextett - Sunny
(Shake, Rattle And Roll, Telefunken, 1975)

Jochen Brauer begann seine Karriere in den 50er Jahren als Jazzmusiker und war vor allen Dingen für sein Saxophon- und Klarinettenspiel bekannt. Später wendete er sich lukrativerer Unterhaltungsmusik zu und nahm für das Label Telefunken zahlreiche LP’s mit seichter Tanzmusik auf. Aus dieser Zeit stammt das Album „Shake, rattle and roll“, auf dem Jochen Brauer zusammen mit seinem Sextett den Klassiker „Sunny“ von Bobby Hebb aus den frühen 60ern umarrangiert.

4. Frank Zappa - Let me take you to the beach

(Studio Tan, Warner, 1978)


Das Album „We’re only in it for the Money“ von Frank Zappa und seinen Mother’s of Invention gilt als das erste Konzeptalbum der Popgeschichte und karikiert die kalifornische Hippie-Szene, sowie die Beatmusik der 60er Jahre. Der Hang zur Satire war ein wichtiges Merkmal von Zappa’s Musik, dem er bis zu seinem Tod 1993 treu geblieben ist. So ist die 1978 veröffentlichte LP „Studio Tan“ ebenfalls gespickt mit Seitenhieben gegen die Popindustrie, was man zum Beispiel bei „Let me take you to the Beach“ nachhören kann, einem Song, der die Tennie-Surfmusik parodiert.

5. Lee "Scratch" Perry - City too hot
(Single, Upsetter, 1977)

Lee Perry a.k.a. Scratch ist einer der gten Reggaeproduzenten Jamaikas und hat in den späten 60ern den Dub-Stil, bei der Roots Reggae mit Effekten überlagert und abgemischt wird, entscheidend geprägt. Die Single "City too hot" thematisiert die finanziellen Probleme in denen Perry sich mit seinem Black Ark Studio befand, dass seit der Gründung 1973 zu einem zentralen Ort der jamaikanischen Musikszene geworden war. Ironischerweise ist der Krisenherd knapp zwei Jahre später immer noch nicht gelöscht und die Situation wird sogar so heiß, dass das Studio in Flammen aufgeht. Die Ursachen für den brand sind bis heute ungeklärt.

6. Living Funk - Silver black summerday
("Fools Love" B-Seite, Funk Music Unlimited, 1973)

Einige von euch kennen die B-Seite" Silver black summer day" vielleicht schon von der Compilation Club Africa. Diese Single ist nicht nur rar, sondern auch mysteriös. Ich konnte trotz intensiver Suche nicht herausfinden, woher die Band stammt, doch der Sound deutet daraufhin, dass es sich um eine Band aus Westafrika handelt. Fraglich bleibt jedoch, wieso die 7-Inch in den UsSA und nicht in Afrika releast wurde.

7. Los Kifers - El sol es una droga
(Single, Vergara, 1969)

Die achtköpfige Gruppe Los Kifers aus Spanien hat zwar nur zwei Singles veröffentlicht, dafür handelt es sich bei den vier Liedern um sehr energetische Freakbeat-Stücke. "Es sol es una droga" ist hierfür ein klarer Beweis.



8. Walter Wanderley - Summer Samba
(Rainforest, Verve, 1966)

Der Brasilianer Walter Wanderley war einer der virtuosesten Organisten Südamerikas und hat auf zahllosen Aufnahmen mit Stars wie Marcos Valle, Antonio Carlos Jobim oder Joao Gilberto
zusammengespielt. Er ist besonders für seine stakkatoartige Spielweise auf der Hammond-Orgel bekannt. Diese ist auch auf dem Song "Samba de Verao" oder "Summer Samba" hören ist, mit dem ihm 1966 durch Erreichen des 26. Platzes in den US-billboard-Charts sein größter Erfolg gelang.

9. RAMP - Everybody loves the sunshine
(Come into Knowledge, ABC, 1977)

Hinter der Gruppe RAMP verbirgt sich ein Projekt des musikalischen Tausendsassas Roy Ayers, der mit seiner Mischung aus Soul und Jazz den Zorn der amerikanischen Jazzszene auf sich zog, die ihm Ausverkauf vorwarf. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Titeltrack des Albums "Everybody loves the sunshine", dass 1976 auf Polydor erschien. Ein Jahr später nahm er diesen Song ein weiteres Mal in einer abgewandelten Version für das Album "Come into knowledge" auf, dass schwieriger zu finden ist als viele seiner Soloalben.

10. The Village Choir - Along the beach
(Single, SCM, 197?)

Das New Yorker Soul-Quintett The Village Choir nahm zu Beginn der 70er Jahre eine Reihe von Singles auf, darunter auch den raren Sommersong "Along the beach". Auf ihrer ersten und einzigen LP "Street Opera with a Blues Waltz", dass die Gruppe für das Label SCM einspielte ist der Song ebenfalls enthalten, allerdings in einer undynamischen Discofunk-Version, die nichts mehr von dem Soul der Single enthält.

11. The Beatmen - Let's make a summer
("Beat it" B-Seite, Supraphon, 1965)

Die slowakische Beat-Gruppe The Beatmen nahm in den zwei Jahren ihres Bestehens zwischen 1964 und 1966 zwar nur drei Singles auf, davon wurde eine jedoch ausschließlich in Deutschland veröffentlicht. Um so verwunderlicher ist es, dass The Beatmen trotz ihres geringen Outputs zu einer der einflussreichsten Bands der Sloweniens gehören. Der Titel "Let's make a summer" gilt sogar als einer der besten, die je in der Slowakei geschrieben wurden.

12. Chaos UK - Summer of hate
(Single, Chaotic, 1979)

Bei dieser Gruppe handelt es sich nicht um die gleichnamige Hardcore-Punk-Band aus Portishead bei Bristol, sondern um eine unbekannte Garagenband, die nur diese Single releast hat. Es handelt sich um eine Privatpressung auf dem selbst gegründeten Label Chaotic. Die Single ist auf 500 Stück limitiert, was den hohen Sammlerwert der 7-Inch trotz der doch eher bescheidenen Tonqualität erklärt.



13. Manfred Krug - Wenn der Urlaub kommt
(Du bist heute wie neu, Amiga, 1976)

In der zweiten Sendung habe ich bereits einen Titel von Manfred Krug und Günther Fischer gespielt. "Wenn der Urlaub kommt" stammt von ihrem letzten gemeinsamen Album, dass 1976 auf dem DDR-Label Amiga erschienen ist. Im Gegensatz zu den vorherigen LP's wurde "Du bist heute wie neu" nicht nachgepresst, weil Manfred Krug die DDR kurz nach Release verließ, um seine Schauspielkarriere voranzubringen. Aus diesem Grund gilt es heute als das rarste Album aus dieser Zeit.

14. Klaus Wunderlich - Summertime
(The Golden Sound Of Hammond, Telefunken, 1971)

Eine weitere Interpretation von Summertime. Diesmal von dem Hammond-Organisten Klaus Wunderlich, der ähnliche Klangpfade wie James Last beschritt und in den frühen 70ern ebenfalls einen sehr hohen Output an Easy Listening-Musik hatte. Die meisten seiner Songs sind seichte Tanznummern. Summertime von der LP "Shake, rattle and roll" ist eine funkige Ausnahme.

15. The Gianni Four - Sinfonia d'estate
(Single, Unifunk, 1972)

Der Keyboarder Gianni Gnesutta gründete das Quartett 1968 in Udine, Italien. "Sinfonia d'estate" ist der zweite und letzte Release der Rockband, bevor sie sich 1973 auflöste. Bedanken möchte ich mich bei Bruno, der mir den Song hat zukommen lassen und soweit ich weiß direkt an der Produktion beteiligt war.