Saturday, March 2, 2013

Jazzman Records Gewinnspiel

Am Montag erwartet euch eine Sondersendung zu Jazzman Records aus London. Das Label gilt als eines der ersten, die verschollene Soul- und Funkplatten offiziell neureleasten. Die Samplerserie "Spiritual Jazz" zählt zu den bekanntesten und  meist respektiertesten Zusammenstellungen rarer Musik. Ende des Monats erscheint die 4. Compilation, auf der wieder obskure und musikalisch anspruchsvolle Fusionen aus modalem Jazz und religiösen Motiven enthalten sind.


In der März-Ausgabe habt ihr die Chance einen der ersten drei Sampler zu gewinnen! Alles was ihr dafür tun müsst, ist eine Mail an ditc@tidenet.de zu schreiben. Gebt am Besten gleich mit an, welche Compilation ihr haben möchtet.

Die Verlosung läuft bis zum 11.03.13, wer mitmachen möchte, akzeptiert die Teilnahmebedingungen (sie befinden sich im Kommentarfeld). Der Gewinner wird auf dem Blog bekannt gegeben!

Viel Glück!


Hier könnt ihr in die Sampler reinhören:

Spiritual Jazz Vol. 1:



Spiritual Jazz Vol. 2:



Spiritual Jazz Vol. 3:


Tuesday, February 5, 2013

Special: Die wichtigsten Internetseiten für Plattensammler

Egal ob Vinyl-Nerds, Musikliebhaber, DJ's oder Produzenten auf der Suche nach raren Samples - sie alle verlassen immer mehr die vertrauten Gefilde des lokalen Plattenladens und suchen im Internet nach dem schwarzen Gold für ihre Turntables - Vinyl 2.0. Zwar ist die Jagd im Record shop ohne Zweifel direkter und es kommt mehr Nervenkitzel auf, wenn man sich über eine verstaubte Kiste mit Platten hermacht, jedoch ermöglicht das Internet wesentlich gezielteres Diggen und durch die weltweite Vernetzung hat man gute Chancen den heiligen Grahl zu finden, nachdem man sich schon seit jahren verzehrt und von dem man sonst nie erfahren hätte. Bei dem riesigen Angebot ist es jedoch schwierig den Überblick zu behalten. Darum habe ich für euch die wichtigsten Websites zum Thema Diggin 2.0 zusammengestellt.


iCrates - We Dig Music

Bei iCrates handelt es sich um ein Online-Magazin, dass sich mit Vinyl befasst. Jeden Monat gibt es eine neue Ausgabe zu einem bestimmten Thema. Interessant ist dabei, dass sich hier nicht auf ein Genre oder eine bestimmte Dekade festgelegt wird. Und so findet man neben Artikel über Rapgruppen aus Seattle, auch Interviews mit alten Krautrockern oder Reviews zu alten und neuen Scheiben aus aller Welt. Anton, der Chefredakteur, hat es in der Januar-Ausgabe ganz treffend beschrieben, als er iCrates mit einem Plattenladen verglich: Man weiß vorher eigentlich nie mit welcher Platte man am Ende aus dem Laden kommt. Bei dem Magazin stößt man von einem Thema auf ein anderes und entdeckt so neue Künstler und Stile. Ergänzt wird das Ganze durch regelmäßige Mixe und einen kleinen TV-Kanal.
Für den Smartphone-affinen Plattengräber haben sie sogar eine App entwickelt mit der man per Barcode-Scan alle relevanten Informationen zu den Schallplatten abrufen kann. Ob Soundclips, Youtube-Videos, Ebay-Angebote und geschätztem Wert - das kleine Programm liefert die Informationen und ist damit der ideale Begleiter für den nächsten Flohmarkt-Besuch.




Discogs - Database and Marketplace for Music

Ursprünglich wollte Kevin Lewandowski lediglich seine Plattensammlung auf einer Website katalogisieren. Daraus entwickelte jedoch ein Mammutprojekt, das heute mit über 3,5 Millionen Tonträgern die größte Datenbank im Netz darstellt. Wer Informationen zu Platten sucht (z.B. Label, Erscheinungsjahr, Tracklist, etc.) oder sich die Diskografie von Musikern anschauen möchte, der findet sie hier bestimmt.
Wer sich bei Discogs anmeldet, kann seine eigene Musiksammlung online verwalten und Scheiben auf seine Wunschliste setzen in der Hoffnung andere User möchten ihr Exemplar verkaufen. Dies ist aber oft gar nicht nötig, da die Seite mitlerweile über einen Marketplace verfügt, auf dem viele Scheiben zum Festpreis von Sammlern angeboten werden. Es lohnt sich hier zu diggen!

Popsike - Rare Records Auction Results

Wer sich schon gefragt hat, woher ich meine Angaben zu Sammlerwerten von Scheiben bekomme, der bekommt mit Popsike die Antwort. Über vier Millionen Verkaufspreise von Ebayauktionen der letzten Jahre werden hier gespeichert. Wenn ihr eine Platte entdeckt und nicht wisst, ob der Verkäufer euch übers Ohr hauen will oder ob ihr euch das Schnäppchen eures Lebens entgehen lasst, solltet ihr auf Popsike nach der Platte suchen. Angezeigt werden allerdings nur Platten mit einem Wert von 20$ oder mehr. Da man sich nicht nur den Durchschnittspreis erechnen lassen kann, sondern die Verkaufspreise sogar bewerten kann, findet man schnell heraus woran man ist und ob man lieber noch warten oder doch schnell zuschlagen sollte.



Waxidermy - A Website about Records

Dieses Portal, das fast wie ein Blog aufgebaut ist, ist wohl die unbekannteste Seite meines Specials für Cratedigger im Web. Auf Waxidermy finden sich Reviews zu raren und obskuren Singles/LP's (und ich rede hier nicht von Rick James, sondern von den RAREN und OBSKUREN Scheiben). Wer von seiner Plattensammlung gelangweilt ist und mal wieder etwas Inspiration für den nächsten Besuch beim Plattenhändler braucht, der ist hier richtig. Zu vielen der beschriebenen Platten gibt es ganze Songs zum Anhören und wer sich etwas tiefer mit bestimmten Stilen befassen will, der kann nach Kategorien suchen. Zur verfügung stehen obligatorische Genrebezeichnungen wie Jazz, Funk oder Country, aber auch Risque, Kids, Outsider und Incredibly Strange. Wer neugierig ist, welche Obskuritäten sich dahinter verbergen, der sollte Waxidermy besuchen. Ihr werdet es nicht bereuen.



Musicstack - Music Marketplace

Nach eigener Aussgabe gibt es bei Musicstack über 25 Millionen Platten und CD's. Die Seite eignet sich ebenso wie Discogs zum Recherchieren von Platten, allerdings steht der Verkauf hier im Vordergrund. Das Angebot an gebrauchten LP's mit unterschiedlichen Zustandsbeschreibungen ist immens und so werden gesuchte Platten oft von mehreren Verkäufern gleichzeitig angeboten. Dies macht es dem Digger leicht die Preise zu vergleichen und ein Schnäppchen auszumachen. Das ist gut für kaufwillige Plattenliebhaber, doch für Sammler, die ihre liebevoll gepflegte Sammlung verkaufen wollen oft ernüchternd. Das Überangebot auf der Seite führt dazu, dass viele Scheiben zu Dumpingpreisen verhökert werden, sofern sie nicht zu den wirklich raren Exemplaren zählen.



Recordshops - All record shops on one map

Zuguterletzt noch ein Tipp, den ich bekommen habe: Auf dieser Seite findet ihr eingetragene Plattenläden weltweit, der Schwerpunkt liegt klar auf Europa und Nordamerika. Vor allem für Deutschland und die angrenzenden Staaten gibt es viele, viele Shops zu entdecken. Wenn ihr also am Reisen seid, könnt ihr hier schonmal abchecken, welche Spots ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Die Seite ist zwar simpel gestaltet, über die Karte gelangt ihr jedoch zur Adresse der Shops und bekommt auch Telefonnummer und Website (falls vorhanden), um euch gegebenenfalls nochmal wegen der Öffnungszeiten zu erkundigen.


Monday, February 4, 2013

Sendung 24 - Drogen

In der Ausgabe präsentiert euch Caballo ein Special zum kontroversen Thema "Drogen in der Musik". Euch erwarten Klangperlen aus den 40er Jahren bis zur Jahrtausenwende, die sich auf witzige, obskure oder kritische Weise mit den Substanzen auseinandersetzen. Das Hörorgan wird mit Südstaaten-Jazz, brasilianischem Psych, Blues und deutschem Rap verwöhnt.



1) Horace Silver - Acid, pot or pills

(Total Response, Blue Note, 1971)

Der Jazzpianist Horace Silver begann seine Karriere auf dem Tenorsaxophon, ehe er inspiriert vom Spiel Bud Powells auf Klavier umstieg. 1950 entdeckte ihn dann ironischerweise ein Saxophonist - Stan Getz - und nahm ihn mit auf Tour. Ein Jahr später zog er nach New York, die damalige Hauptstadt des Jazz, wo er den Produzenten von Blue Note Records auffiel, die ihm daraufhin einen Plattenvertrag anboten. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Art Blakey gründete er die Jazz Messengers, deren Veröffentlichungen stilprägend für den Hard Bop waren. Silvers Solo-Alben Anfang der 70er Jahre stießen bei vielen Fans auf Ablehnung, unter anderem weil er hierauf nicht nur am Klavier bzw. Keyboard zu hören war, sondern auch sang.

2) Kuno & The Marihuana Brass - Marihuana-Mantra
(Single B-Seite, Polydor, 1970)

Die Single "Lass uns doch mal haschen" gehört zu den obskursten und witzigsten Aufnahmen, die in Deutschland zum Thema Cannabis entstanden sind. Anders als bei vielen Bands des Krautrock werden Drogen hier nicht eingesetzt, um sich inspirieren zu lassen und musikalische Grenzen zu überwinden. Die freiheitlichen Gedanken der FlowerPowerBewegung werden zum Zwecke der Vermarktung instrumentalisiert. Es geht nicht mehr um Bewusstseinserweiterung oder Idealismus, sondern um eine Kommerzialisierung des "hippen", für die ein Arsenal an Klischees herangezogen wird. Sicher kann dieses Lied auch als Parodie verstanden werden, diese wirkt aus heutiger Sicht jedoch skurril oder gar lächerlich.


3) Fabio - LSD - Lindo sonho delirante
(Single, RCA, 1968)

Hinter dem Künstlernamen Fabio verbirgt sich Juan Senón Rolon, ein in Paraguay geborener Sänger, der nach Brasilien auswanderte und dort unter anderem mit Tim Maia, dem wichtigsten Soul- und Funkmusiker des Landes, zusammenarbeitete. Aus einer früheren Phase stammt die "LSD", eine rare Psychedelic-Single, die laut Popsike für bis zu einem Preis von 380$ gehandelt wird.


4) Peter Cook & Dudley Moore - The L.S. Bumble Bee
(Single, Decca, 1967)

Eine weitere Single, die auf einem großen Label erschien, dass größtenteils konventionelle Tanz- und Unterhaltungsmusik veröffentlicht hat. Trotzdem erschienen auch auf Decca einige sehr interessante und ungewöhnliche Platten wie "The L.S. Bumble Bee". Die Single ist eine Parodie auf den LSD-Hype der 60er Jahre, für den der Psychologe Timothy Leary sogar ein theoretisches Fundament goss. In seinen Schriften propagierte er den Konsum von LSD, Meskalin und psilocybinhaltigen Pilzen, um so eine "Neu-Programmierung" des Gehirns zu erreichen. Die Menschen sollten sich durch psychedelische Drogen von ihren Prägungen lösen und offen für neue werden. Learys Slogan "Tune in, turn on, drop out" avancierte zum Leitmotif vieler Hippies.

5) Fe-Fi Fours plus 2 - I wanna come back (from the world of LSD)
(Single, Lance, 196?)

Die LSD-Propagando von Leary blendete viele Gefahren aus, die mit dem Konsum von halluzinogen Drogen auftreten können und so unterschätzten viele die Wirkung der Substanz. Die Fe-Fi Fours plus 2 versuchen dem Hörer auf ihrer Single einen Eindruck von ihrer Gefühlslage während eines negativen Triperlebnisses geben. Sie veröffentlichten den Song auf dem kleinen Label Lance, das Dick Stewart Anfang der 60er in Albuquerque, New Mexico gründete. Auslöser war, wie bei so vielen Independant-Labels dieser Zeit der Hype um die Beatles, im Zuge dessen sich viele Gruppen Hoffnungen machten, das nächste große Ding zu werden. Das Label veröffentlichte dutzende Singles, von denen einige Songs lokale Hits wurden und dort heute als Klassiker jener Zeit gelten.

6) King Hannibal - The Truth shall make you free
(Truth, Aware, 1973)

The Mighty Hannibal a.k.a. King Hannibal begann seine ungewöhnliche Karriere als Doo Wop-Sänger in Atlanta, ehe er im Alter von 17 Jahren zu The Pips stieß (Glady's Knight & The Pips). Es dauerte nicht lange, bis er nach Los Angeles zog und dort erste Solo-Aufnahmen unter dem Namen "Hannibal" veröffentlichte. In dieser Zeit verdiente es sich sein Geld als Zuhälter, was ihm den Titel "King" bescherte, den er Anfang der 70er vor seinen Namen setzte. Nachdem er seinen größten Hit "Hymn No.5" schrieb, in dem er von Opium-süchtigen US-Soldaten singt, die aus Vietnam heimkehren, verfiel er selbst der Drogensucht. Nach 18 Monaten im Gefängnis wegen unbezahlter Rechnungen, kehrte er zurück ins Spotlight und nahm das 1973 das Album "Truth" auf, auf welchem er seine Drogensucht und die gleichzeitige Zuwendung zum Chirstentum schildert.

7) Gil Scott-Heron & Brian Jackson - Angel Dust
(Secrets, Arista, 1978)

Der Musiker und Dichter Gil Scott-Heron gilt als Wegbereiter des Rap. In seiner Vortragsweise mischen sich gesungene Phrasen mit Spoken Word. Seine Texte sind politisch/ sozialkritisch orientiert und so wird er von "Conscious MC's" wie Talib Kweli, Common oder Mos Def auch inhaltlich als Vorbild genannt. Nachdem seine Karriere mit der Single "The Bottle" Mitte der 70er ihren Höhepunkt erreichte, ebbte das Interesse in den 80er Jahren ab und sein Label Arista setzte ihn vor die Tür. Grund hierfür waren sicher auch die Drogendelikte mit denen Scott-Heron immer wieder zu kämpfen hatte und die ihn bis zu seinem Tod 2011 nicht losließen.

8) Julia Lee & Her Boy Friends - Sweet Lotus Blossom
(Single, Capitol, 1951)

Julia Lee und ihre Band nahmen den Titel "Marihuana" 1945 auf, nachdem sie ihn bereits 10 Jahre in ihrem Repertoire hatte. Der Song verherrlicht die Substanz nicht, sondern drückt Lee's Leid und den Schmerz aus, der mit ihrer Abhängigkeit dieser Substanz verbunden ist. Vielleicht war Capitol Records diese Ernsthaftigkeit des Themas zu brisant, jedenfalls veröffentlichten sie 1951 die chiffrierte Version "Sweet Lotus Blossom". Ursprünglich wurde der Song von Sam Coslow für ein Hollywood Musical geschrieben und später in dem Film "Murder at the Vanities" verwendet.

9) Bobby Rush - Mary-Jane
(Single, Galaxy, 1971)

Der Blues Hall of Famer Bobby Rush, eigentlich Emmit Ellis Jr., ist ein US-amerikanischer Blues- und R&B-Musiker, Multiinstrumentalist, Sänger und Komponist. Seinen Stil bezeichnete er selbst als "Folk-Funk", eine Mischung aus Blues, Soul und Funk. Der aus Louisiana stammende Interpret zog 1953 mit seiner Familie nach Chicago, wo er in der Blues-Szene der West Side Fuß fasste. Er spielte in Bands mit Größen wie Luther Allison und Freddie King.

10) Leroy "Horsemouth" Wallace - Herb Vendor
(Single, Justice League, 1975)

Für die Single "Herb Vendor" hatte der jamaikanische Schlagzeuger Gelegenheit mit einem der gefragtesten Produzenten des Inselstaates zusammenzuarbeiten - Lee Scratch Perry. Er ist einer der ersten Reggaeproduzenten Jamaikas und hat in den späten 60ern den Dub-Stil, bei der Roots Reggae mit Effekten überlagert und abgemischt wird, entscheidend geprägt.
Perry's Black Ark Studio wurde in den frühen 70ern zu einem zentralen Ort der jamaikanischen Musikszene, doch er geriet damit schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Kurze Zeit später ging das Studio in Rauch auf. Die Ursachen für den Brand sind bis heute ungeklärt.

11) Alain Kan - Speed my Speed
(Hereusement en France, on ne se drogue pas..., Les Disques motors, 1976)

Zu Beginn seiner Karriere in den 60ern war Alain Kan ein Unterhaltungsmusiker, dessen Texte konventionell und harmlos waren. Singles über Liebe wie "Si L'amour" oder "Pour L'amour" wiederholten den Schmalz, der zuvor schon tausendfach auf Vinyl gepresst wurde. Mitte der 70er vollzog Kan jedoch einen Wandel und veröffentlichte Alben, die inhaltlich und musikalisch wesentlich anspruchsvoller waren als die Vorgänger. "Speed my Speed" ist bezeichnend dafür, wird der Wechsel doch direkt im Lied hörbar: Vom ruhigen Chanson zum groovenden Funk.

12) Traffic Sound - Meshkalina
(Virgin, MAG, 1969)

Nachdem sich die peruanische Rockgruppe Los Hang Ten's 1967 auflöste, beschlossen die noch verbliebenen Musiker sich mit lokalen Stars aus Lima zu der Supergroup Traffic Sound zusammen zu schließen. Nach einem erfolgreichen Album 1968 und einer Tour durch Südamerika, veröffentlichten sie ein Jahr später den Song "Meskalina", welcher die Gruppe ins Olymp des peruanischen Psychedelic beförderte. Es war die Hymne für alle Freaks und Hippies in Peru und gleichzeitig eine klare Kampfansage gegen die Militärführung unter General Juan Velasco Alvardado, der mit allen Mitteln versuchte die als staatsfeindlich geltende Rockmusik zu unterdrücken.


13) Creme de la Creme - Haschisch Kakerlake
(Porno Funk, Catch a Groove, 1999)

Um die Jahrtausendwende katapultierten Bands wie Dynamite Deluxe, Freundeskreis oder 5 Sterne Deluxe den deutschen HipHop endgültig in den Mainstream (über Die Fantastischen Vier möchte ich hier nicht sprechen). Viele Majorlabels waren in Goldrauschstimmung und versuchten den Erfolg auszuschlachten, indem man möglichst viele Rapkünstler unter Vertrag nahm.
Ungeachtet des Hypes veröffentlichte die Kölner Band Creme de la Creme das Album Porno Funk auf dem eigenen Label Catch a Groove. Das Album ist gespickt mit klassischen BoomBap-Produktionen, Worspielen und Story-telling. Darunter so abstruse Titel wie „Haschisch Kakerlake“, auf einem Sample vom Librarykomponisten Tonio Rubio (Bass in Action No. 2).

14) Guru Guru - Chicken Rock
(Manni und seine Freunde, Atlantic, 1975)

In der Ausgabe zum Thema Krautrock sagte Walter, der Betreiber des Labels Garden of Delights, dass diese Musik unverkennbar mit Drogenkonsum verknüpft sei und viele Bands sich so zu ihren Songs inspirieren ließen. Die Gruppe Guru Guru, die heute mit Can und Faust als die wichtigsten Vertreter gelten, treiben das Thema Drogen auf "Chicken Rock" ad absordum: Ein Hühnerfarmer aus Dachau nimmt einen Trip, fährt nach Ostdeutschland und lässt seine Tiere frei.
Eigentlich hatte Mani Neumeier Guru Guru Ende 1974 aufgelöst. Doch nach kurzer Zeit stellte er eine neue Guru Guru-Besetzung zusammen, rief eine Ladung Freunde aus der Deutschen Rockszene in Conny Planks Studio und nahm die LP "Mani und seine Freunde" auf. So kommt es, dass hier neben der neuen Guru Guru-Besetzung auch Musiker von Kraan, Karthago und Harmonia zu hören sind.

15) Nat Adderley - Quit it
(Double Exposure, Prestige, 1975)

"Adderley?...Der Name sagt mir doch was..." Ja. Die meisten verbinden mit dem Namen sicherlich Nat's Bruder Cannonball Adderley, den weltberühmten Saxophonisten, der an der Seite von Miles Davis "Kind of Blue" einspielte. Sein kleiner Bruder Nat ist jedoch ein ebenso versierter Musiker und das nicht nur am Kornett und der Trompete, sondern auch stimmlich. Auf "Quit it" hört man ihn mahnend auf der Produktion von David Axelrod singen.

Monday, January 7, 2013

Sendung 23 - iCrates

Vinyl 2.0 - Das Jahr 2013 startet mit einer Sendung zum Thema "Platten sammeln im Internet". Immer mehr Musikliebhaber wagen sich aus den sicheren vier Wänden ihres Plattenladens und nutzen das Internet um neue Musik zu finden oder nach raren LP's zu suchen. Auf diese Weise entdecken auch Hörer, die selber nicht mit Schallplatten als Hauptmedium aufgewuchsen, den Reiz am schwarzen Gold. Das Online-Magazin iCrates ist Teil dieser Entwicklung und bietet ein App für die mobile Plattenjagd an. Im Interview erzählt Anton, der Chefredakteur der Plattform, über das Projekt.




1) Jack Hendrix Tchikbaams - Rythmofeeling
(Turnaround EP, Barcley, 1967)

"Rythmofeeling" befindet sich auf der extrem raren EP von Jack Hendrix Tchikbaams, die auf dem französischen Label Barcley erschien. Wer hinter dem kleinen Projekt steckt ist nicht bekannt. Informationen sind kaum zu finden, da es sich hierbei um den einzigen Release der Band handelt.

2) Baris Manco - Hal hal
(Single, Türküola, 1980)

Schnurrbart und lange Haare gehören seit seiner Jugend zu den Markenzeichen von Baris Manco. In seiner Karriere hat der in Istanbul geborene Musiker diverse Male die Seite gewechselt: Vom Sänger zum Komponisten, vom Fernsehmoderator zum Schauspieler. Manco zählte unbestritten zu den bedeutensten Personen in der türkischen Musik des 20. Jahrhunderts.

3) Lee Perry and his Upsetters - Jungle Lion
(Single, Upsetter, 1973)

Lee Perry a.k.a. Scratch ist einer der ersten Reggaeproduzenten Jamaikas und hat in den späten 60ern den Dub-Stil, bei der Roots Reggae mit Effekten überlagert und abgemischt wird, entscheidend geprägt. Für die Single "Jungle Lion" zitiert Perry am Anfang im Übrigen eine Stelle aus dem Soul-Song "Love and happiness" von Al Green.
Perry's Black Ark Studio wurde in den frühen 70ern zu einem zentralen Ort der jamaikanischen Musikszene, doch er geriet damit schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Kurze Zeit später ging das Studio in Rauch auf. Die Ursachen für den Brand sind bis heute ungeklärt.



4) Prefuse 73 - Uprock & Invigorate
(One Word Extinguisher, Warp, 2003)

Prefuse73 macht HipHop. Punkt. Das dieser bei dem aus Miami stammenden Produzenten aber sehr frei interpretiert wird, ist schon auf seinem Debut "Vocal Studies + Uprock Narratives" deutlich geworden. Auf dem Nachfolger von 2003 geht es nicht weniger abstrakt zu. Trotzdem zielt seine Musik neben all den Synthizern und Effekten auf ein Grundelement der Kultur: Das Diggen. Prefuse73 beherrscht es wie kaum ein anderer elektronische Elemente mit Zitaten von Vinyl zu verweben und daraus eine futuristische Interpretation zu kreieren, bei der die Originale so leicht zu identifizieren sind, wie eine zerstückelte Moorleiche, die von einem Hund wiedergekäut wurde. Wirkt krank, klingt aber saugut.

5) Bo Hansson - Lothlorien
(Lord of the Rings, Charisma, 1972)

Auf Bo Hansson's Alben vermischen sich Progressive Rock und Jazz, fließen hinüber in Folk und lassen dann wieder starke Themen in den Vordergrund treten, wie man sie sonst nur aus der Filmmusik kennt. Die Grundstimmung dieser Fusion weist dabei eine Grundstimmung auf, die ich bisher bei keiner anderen Platte erlebt habe. In den Kompositionen von Bo Hansson ist eine geheime Zutat enthalten, die sich vielleicht am Besten mit "mystisch" oder "apokalyptisch" beschreiben lässt. Die Musik bewegt sich aber jenseits von Worten. Wer das verstehen möchte, sollte sich das Album in ganzer Länge anhören.


6) Monk Montgomery - Foxy Gypsy
(Bass Odyssey, Chisa, 1971)

Die LP von Monk Montgomery habe ich im New Yorker Plattenladen "Gimme Gimme Records" entdeckt. Kurz nachdem ich mich über eine Kiste mit Funkplatten hergemacht habe, legte der Besitzer diesen basslastigen Jazz auf. Er hatte sie gerade reinbekommen und wollte die Scheibe nur abhören um einen Preis dafür festzulegen. Weit kam er damit nicht, weil ich sie ihm schon vor der zweiten Seite aus der Hand geschnappt habe. Man kann durchaus behaupten, dass nicht ich diese Platte gefunden habe, sondern die Platte mich.

7) Orange Alabaster Mushroom - Your face is in my Mind
(Space & Time, Earworm, 2000)

Dieser Neo-Psychedelic Song stammt aus dem Jahr 1991 und wurde Independant über "Wig, Man, Wig!!!" releast, sowie auf zwei anderen Kleinpressungen auf 7inch. 2000 erschien dann "Space & Time", eine Compilation der Band mit diversen Aufnahmen aus den 90ern.


8) Quincy Jones - Money Runner
(Dollar$, Reprise, 1972)

Quincy Jones ist einer der "Grossen" im internationalen Musikgeschäft. Er startete seine
Karriere Anfang der 50er Jahre im Alter von 17 Jahren und schrieb bereits nach wenigen Jahren Arrangments fuer seinen Jugendfreund Ray Charles, Count Basie, Duke Ellington oder Dizzy Gillespie. Hierin zeigt sich seine enge Verbundenheit mit Jazz, den er später auch in seine Pop-Produktionen fuer Michael Jackson oder Lionel Richie hat einfliessen lassen.

9) Westwing - I'm gonna love you just a little bit more
(Westwing, 20th Century, 1975)

Produziert von Barry White ist diese LP ein begehrtes Soul-Album unter Sammlern. Der Produzent hat Anfang der 70er einige Blueprints dieses Genres geschaffen. Später gelang ihm ähnliches mit Disco. Heute ist es unmöglich, dass eine Hochzeitsfeier ohne ein Lied von ihm auskommt. Trotz dieses Erfolges hat White aber auch viele Künstler produziert, die nicht ganz so massentauglich waren wie seine eigenen Scheiben. Die LP von Westwing gehört dazu. Der Song "I'm gonna love you just a little bit more" wurde von Mos Def für den Track "Modern Marvel" gesampelt. Er befindet sich auf dem Album "The New Danger".

10) Barbara Moore - Hot Heels
(Vocal Shades & Tones, Music De Wolfe, 197?)

Nicht ohne Grund steht das Label Music De Wolfe bei Sammlern von Archivmusik ganz hoch im Kurs. Es hebt sich von der Konkurrenz dadurch ab, dass sie nicht wahllos zusammengestellte Tracks enthalten, sondern immer ein bestimmtes Thema bearbeiten oder über das ganze Album ähnliche Arrangements gespielt werden. So lässt sich eine Platte bequem durchhören ohne zu merken, dass es sich nicht um ein reguläres Album, sondern eine Library-LP handelt.

11) Figub Brazlevic - Escapism
(Oldschool Future, Sichtexot, 2012)
 
Mit ganzen 42 Tracks kommt das Beat-Tape “Oldschool Future” von Figub Brazlevič dahergebrettert. Der Beatmaker, dessen Veröffentlichungen in der Vergangenheit immer sehr bewusst und rar erfolgten, schickt den Zuhörer mit “Oldschool Future” auf eine bunte Reise durch das musikalische Repertoire der letzten 3 Jahre seines Schaffens in Berlin. Neben dem Gratis-Download via Bandcamp, kann man das Album auch als limitierte Vinyl-Ausgabe ergattern.

12) Breakestra - Hit the Floor
(Hit the Floor, Ubiquity, 2005)

Neuer Funk aus der Soul Kitchen: Das Breakestra wurde Ende der 90er in Los Angeles gegründet und fing an bei Live-Auftritten Cover von Funkstücken zu spielen, die für Raptracks gesampelt wurden. Schließlich schrieben sie eigene Lieder im Gewand von James Brown & Co. Da eigentlich alle Songs saftige Breakbeats enthalten ist die Musik bei Breakdancern sehr beliebt und auch Rapcrews wie Jurassic 5 spielen gerne mit der Band zusammen.

Tuesday, December 11, 2012

Sendung 22 - Weltreise

Weltreise IV - Der vierte Teil der DITC-Rundreise führt Caballo unter anderem nach Wales, Armenien und auf die Philippinen. Es gibt obskure Fusionen aus traditioneller Musik mit Funk, Jazz und Rock. Die meisten Künstler sind heute vergessen - dabei haben sie wichtige Pionierarbeit für die Musikentwicklung im 20. Jahrhundert geleistet. Freut euch auf eine Auswahl verschollener Aufnahmen von allen Kontinenten der Welt!


1) Roberto Roena Y Sus Megatones - Take Five
(Se Pone Bueno / It Gets Better, Akegre, 1966)

Am 5. Dezember 2012, einen Tag vor seinem 92. Geburtstag, starb der Jazzpianist David Brubeck. In seiner Musik vermischte Brubeck Jazz mit europäischer Konzertmusik, aber auch mit anderen Elementen wie lateinamerikanische Rythmen. Ein gutes Beispiel hierfür ist seine berühmteste Komposition "Take Five". DITC erweist dem Meister der ungeraden Taktarten die letzte Ehre und spielt eine rare Interpretation des puerto-ricanischen Percussionisten Roberto Roena.

2) Ara - Mini Midi Maxi
(Single, Meka, 196?)

Ara oder ԱՐԱ ist ein Sänger aus Armenien, der lange im Libanon gelebt hat. In Beirut nahm er Ende der 60er mit seinem Trio die Single "Mini Midi Maxi" für das Label Meka Records auf. Neben dieser Scheibe ist lediglich ein weiterer Release bekannt: Die Single "Sev Sev Atcher", welche bei Lis Records erschienen ist. Mehr Informationen gibt es leider nicht.

3) Kevin Clark Band - Big Fat Papa
(On Saturday, Ode, 1975)

Auf dem neuseeländischen Label Ode erschienen in den 70er Jahren einige Funkplatten, von denen "On Saturday" wohl am schwierigsten zu finden ist. Selbst bei Popsike kann man zu dieser Platte keine Einträge finden, was mit Sicherheit nicht daran liegt, dass sie keine Preise von mindestens 20€ erzielen würde. Kevin Clark ist heute noch aktiv. Die Aufnahmen entstanden zu einer Zeit als er die hausband aus der neuseeländischen Show "On Saturday" leitete.

4) Shin Jung Hyun - 긴긴 밤
(Shin Jung Hyun & Yup Juns Vol. 1, Jigu, 1974)

Eine Freundin sagte mit, die Übersetzung dieses Titels wäre "Lange, lange Nacht". Shin Jung Hyun hat viele lange Nächte erlebt. Nachdem er für seine "vulgäre" Musik öffentlich kritisiert wurde und die Polizei auf seinen Konzerten immer wieder Razzien durchführten, wurde er wegen Mariuhanabesitzes verhaftet. Wieder auf freien Fuß beschloss die Politik ein Auftrittsverbot gegen ihn durchzusetzen. Shin Jung Hyun wendete sich daraufhin von eigenen Musikprojekten ab und eröffnete einen Nachtklub in Seoul, um die junge progressive Musikszene zu unterstützen. Heute ist die Anerkennung für den Gitarristen in Südkorea ausgesprochen groß und so wird er einhellig als der "Pate des koreanischen Rock" bezeichnet.

5) Sidan - Ar Groll
(Teulu, Ynel Sam, Sain, 1975)

Ich muss gestehen, bis vor kurzem habe ich nicht den geringsten Gedanken an Musik aus Wales verschendet. Mit dem Album "Teulu Ynel Sam" von vor Folksängerin Sidan hat sich das jedoch geändert. Tatsächlich wurden auch im keltischen Teil Großbritanniens Funk und Rock in den 70er Jahren aufgenommen. Soweit ich es überlicken kann, handelt es sich hierbei um die einzige LP der Sängerin. Zwei jahre zuvor erschien lediglich eine Single mit dem Titel "Ai Cymro Wyt Ti".

6) The Sahara All Stars of Jos - Take your Soul
(The Sahara All Stars of Jos, EMI, 1976)

Die Sahara All Stars of Jos kommen aus dem Norden Nigerias und reisten für die Aufnahmen zum zweiten Album quer durchs Land bis nach Lagos im Südwesten. Dort recordeten sie 1976 die selbstbetitelte LP in den EMI Studios der Hauptstadt. Ganz im Stile ihres Landmanns Fela Kuti spielen sie auf "Take your Soul" treibende Afrobeat-Patterns, die den Zuhörer durch hypnotische Repetition des 2-Takt-Riffs alles um sich herum vergessen lassen und zum Tanzen auffordern.
Mehr Musik aus Nigeria könnt ihr hier hören!

7) Erkin Koray - Yagmur
(Single, Istanbul, 1971)

Im Einleitungstext zu dieser Sendung sprach ich von Vorreitern, die die Musik des 20. Jahrhunderts maßgeblich weiterentwickelt haben, aber trotzdem nie die Anerkennung erhalten haben, die sie verdient hätten. Erkin Koray ist einer dieser Künstler, dem die große Weltbühne verwährt blieb. Ähnlich wie Shin Jung Hyun ist sein Stil wohl zu kompromisslos und nicht massentauglich genug - zumindest im westlichen Teil der Welt. In der Türkei gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der Rockmusik und gilt auch für die neue Generation von Musikern als wichtiger Einfluss.

8) Gonjasufi - Kobwebz
(A Sufi and a Killer, Warp, 2010)

Das Erkin Koray nicht nur nachfolgende Musiker aus der Türkei beeinflusst, sondern seine Musik in Zeiten des Internets auch auf anderen Teilen der Erde seine Spuren hinterlässt, zeigt der Song "Kobwebz" von Gonjasufi. Der Sänger aus Kalifornien knüpft mit seiner Form des Psychedelic dort an, wo Künstler wie Erkin Koray vor 40 Jahren eine neue, progressive Ausdrucksform in die Musik brachten. Dabei dienen Originale wie "Yagmur" als Nährboden der Inspiration.
9) Los Belkings - Okinawa 2000
(Single, Virrey, 196?)

Das gitarrenlastige Surfmusik in den 60er Jahren nicht nur an der nordamerikanischen Westküste beliebt waren, sondern auch weiter südlich, habe ich im vergangenen Jahr bereits in der Sonderausgabe zur peruanischen Musik (klick) deutlich gemacht. Los Belkings ist eine dieser bands aus Lima, die sich anfangs mit dem Covern der US-Hits begnügten, dann aber auf das Spielen eigener Titel umstiegen. Die Single "Okinawa 2000" ist ein rarer Klangbeleg für diese Entwicklung zum Ende des Surfbooms in den späten 60ern.

10) Arthur Verocai - Caboclo
(Arthur Verocai, Continental, 1972)

Im vergangenen Jahr wurde diese LP bei Ebay für einen Rekordpreis von 5000$ versteigert! Grund für diesen unglaublich hohen Preis ist einerseits die Qualität der Scheibe, keine Frage. Nicht jede gute Platte wird aber für 5000$ gehandelt. Wenn man die Preisentwicklung dieses Albums betrachtet, dann fällt auf, dass sie bei Sammlern vor allem so hoch im Kurs steht, seitdem Künstler wie Madlib oder MF Doom sie für ihr Songs gesampelt haben. Mitlerweile folgten diverse Neuveröffentlichungen, wodurch auch mehr Produzenten die Möglichkeit hatten mit Soundschnipseln dieses Albums zu arbeiten. Das Original dazu gewann folglich an Wert bei einer so hohen Nachfrage. Ob die Platte aber 5000$ Wert ist, gegenüber 20$ für die Nachpressung, sei dahingestellt.

11) Mulatu Astatqé - Yekermo Sew
(Single, Ahma, 1969)

In den späten 60ern fusionierte Mulatu Astatqé volkstümlichee Musiktraditionen seines Heimatlandes Äthiopiens mit Jazzelementen. Während seines Musikstudiums in den USA kam er mit Jazz und lateinamerikanischer Musik in Berührung, die er nach seiner Rückkehr Anfang der 70er Jahre zunehmend in seine Musik integrierte. Seit den 90ern haben Plattensammler seine Musik wiederentdeckt und so gibt es neben zahlreichen Reissues auch neue Projekte, wie zum Beispiel das Album „Inspiration Information“ mit dem Londoner Groove-Orchester The Heliocentrics, das 2009 bei Strut erschien.

Ein kleines Portrait über Astatqé und seinen Ethio-Jazz könnt ihr euch im unten folgenden Video anschauen:

12)  Oh No - The Pain
(Dr. No's Ethiopium, Disruption Prod., 2009)

Das im zuge des Afrobeat-Revivals die Platten der 70er Jahre nicht bloß wiederveröffentlicht werden beweist Oh No. Der Produzent hat sich durch die Plattenkisten Äthiopiens gewühlt und sowohl Ethio-Jazz, als auch ethnologische Aufnahmen zu einem Beattape verwurstet. "Dr. No's Ethiopium" heißt das Werk, auf dem insgesamt 36 Tracks zu finden sind.

13) The Hi-Jacks - Sleepy Head
(Single, Dyna, 196?)

Meine Vermutung ist, dass diese Single Anfang der 60er Jahre entstanden ist. Genauere Angaben habe ich jedoch nicht zu der Aufnahme. The Hi-Jacks begannen ihre Karriere als typische Clubband, die zur Unterhaltung die angesagten Tanzhits spielte. Einflüsse von The Ventures oder The Shadows sind deutlich zu hören. Nachdem The Beatles auch auf den Philippinen zur angesagtesten Band avancierten, beschloss der Manager der Hi-Jacks sie zur Studioband von  Eddie Mesa zu machen, dem "Philippinischen Elvis". Gemeinsam coverten sie die Tophits der Beatles.

14) Ananda Shankar - Dancing Drums
(Ananda Shankar and his Music, EMI, 1975)

East meets West lautet der Arbeitstitel für das Genre, dass Ananda Shankar mit seiner Fusion aus indischen Klängen und westlicher Musik mitbegründet hat. Es muss ein völlig neues Klangerlebnis für die Zuhörer im Jahr 1970 gewesen sein, denn bis dahin kannte man die Sitar fast ausschließlich als Instrument traditionaller Musik Indiens. Selbst heute hinterlässt die Mischung aus Moog Synthies und Sitar einen bleibenden Eindruck. Auf Ananda Shankars zweitem Album greift er Funk und Psychedelic auf und bindet sie in seine Fusion ein.

15) Electric Jungle - Funky, funky Christmas
(Single, Nike, 1971)

Zum Ende der Ausgabe habe ich mich dazu hinreißen lassen einen der Jahreszeit entsprechenden Song zu spielen: Funky Funky Christmas. Ein Freund machte mich letztes Jahr auf den Song aufmerksam und nun bot es sich an den Titel zu spielen. Die Single erschien 1971 auf Nike Records. Ich bin mir nicht sicher ob das Label etwas mit dem Sportkonzern zu tun hat und ob es sich dabei vielleicht sogar um einen Webesong handelt. Ich gehe eher nicht davon aus. Falls jemand Informationen hat, freue ich mich, wenn ihr sie mir mitteilt.

Sunday, December 2, 2012

SpokenView Gewinnspiel

Das SpokenView-Gewinnspiel ist beendet. Danke an alle, die mitgemacht und gerätselt haben.
Das Paket mit der Single von Die Bestesten und dem Shirt geht an Lucas Reus.

Herzlichen Glückwunsch!

Wer möchte, kann die Sendung hier noch einmal nachhören.

Einen schönen ersten Advent.